Empfehlung: Zehn Tipps für Blogs

Zehn Tipps für Blogs
Ausschnitt aus Thilo Baum´s Interview bei Whohub:

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der einen Blog ins Leben rufen will?

Zunächst mal würde ich ihm raten, „das Blog“ zu sagen statt „der Blog“, wenn er sich in der Szene nicht lächerlich machen möchte.

Und dann kommt es darauf an, was das Ziel ist. Will jemand Cat-Content für Freunde machen, dann go ahead. Sieht er oder sie aber das Blog als Teil eines wirtschaftlichen Handelns, dann gibt es eine ganze Reihe von Tipps:

1. Schreibe nichts, wenn du nichts zu sagen hast.

2. Entscheide dich für ein Thema, das deiner Positionierung entspricht (Der Klartext-Experte schreibt über Klartext, das Bildblog kritisiert Medien).

3. Lies ein aktuelles Buch über Medienrecht. Lerne, zwischen Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen zu unterscheiden und die Grenzen der Berichterstattung zu sehen. Tatsachenbehauptungen müssen wahr sein und dürfen keine Rechte verletzen. Meinungsäußerungen dürfen keine Schmähkritiken sein.

4. Lies journalistische Ratgeber zum Thema Recherche. Wann kann ich eine Sache als Sache rausposaunen? Kürzlich las ich in einem Blog, die Verhaftung Kachelmanns sei ein Zeichen, dass an den Vorwürfen gegen ihn etwas dran sei. Diese Interpretation ist falsch. Wir haben in Deutschland die Unschuldsvermutung bis zum Urteil bzw. Freispruch. Solche Dinge muss man als Blogger draufhaben.

5. Verarsch die Leute nicht, indem du ständig über Produkte schreibst, mit denen du Geld verdienst. Das will keiner lesen. Mach keine Fakeblogs, in denen du Kunstfiguren etablierst, die angeblich echt sind – das fliegt auf und ist peinlich.

6. Schreib einfach und verständlich über Dinge, die für deine Leserinnen und Leser relevant sind und eine Bedeutung für sie haben. Hab nicht im Sinn, damit etwas zu verkaufen. Trenne im Kopf Redaktion und Anzeigenabteilung und denke nur redaktionell. Dann baut sich von alleine ein treuer Leserstamm auf.

7. Sei provokant und bring immer wieder kontroverse Beiträge, damit sich die Menschen daran reiben können. Das sorgt für Widerspruch und für Aufregung und damit für Traffic.

8. Schreib strukturiert. Jeder Gedanke ein Absatz. Mach Leerzeilen zwischen Absätzen. Bei längeren Texten mach Zwischenzeilen. Bau Fotos ein und umfließ die Fotos mit qualifizierten Bildunterschriften (Was ist auf dem Foto zu sehen? Für einen Blinden erklären. Und dann evtl. eine klitzekleine Zusatzinfo).

9. Verwende viel Zeit und Energie auf deine Überschriften. Sie sind der Wurm für den Fisch. Überschriften müssen nicht erschöpfend präzise und korrekt sein („Unser Münchner Büro hat bei einer europaweiten Ausschreibung die Firma XY als Kunden gewonnen“), sondern sie muss die Botschaft in normaler menschlicher Sprache transportieren („Wir machen XY“). Die sachlich korrekten Details kannst du dann immer noch im Text bringen.

10. Setze viele externe Links und natürlich auch interne Links auf verwandte eigene, ältere Blogbeiträge. So vertiefen sich die Menschen in dein Blog, wenn du etwas schreibst, was sie interessiert.

 

Mehr im Interview.