Organisationskultur, Chancen eines Boxenstops (oder auch „Burnout“ Prävention)

Organisationskultur, Chancen eines Boxenstops (oder auch „Burnout“ Prävention)

Menschen, die an Burnout erkranken, fehlt es nach der Fachliteratur u.a. an dem Erleben, die Umwelt erfolgreich zu gestalten und diese Erfolge auch zu feiern. Das ist sicherlich ein komplexes Thema. Ich gehe hier auf einen möglichen Baustein ein.
Bei einem Workshop mit einer Firma, die ich bei ihrer Kulturveränderung hin zu mehr konstruktivem und mehr vernetzten (systemischen) Denken unterstütze, wurde mir von der 1. Führungsebene während der Pause versichert, dass es gewisse Meetings gibt, da müsse man hin. Sie bringen zwar nichts, doch ein Fehlen wäre undenkbar. Daher ist es auch nicht denkbar, über das „nicht hingehen“ zu sprechen.
Es wurde darüber hinaus in dem Workshop viele „historische“ Prozesse und Strukturen gefunden. Im ersten Ansatz galten diese auch als gegeben und auch wichtig. Über die Jahre kamen immer mehr dazu. “Hamsterrad“ wurde plakativ als Beschreibung mancher Situationen verwandt.
Gleichzeitig gibt es, so die Teilnehmer, viel zu wenig Zeit für wichtige und drängende aktuelle Fragen. Sind das nicht Elemente, die zum „Burnout“ führen können?
Aus meiner Sicht ticken viele Organisationen ähnlich. Die Gewohnheiten, die vorhandenen Prozesse und Strukturen werden Zug um Zug ergänzt und dann kaum noch hinterfragt. Zu viel Aktivität und Engagement, so vermute ich, mindert die Chance für „Boxenstops“. 
Ganz selten kommt es zu einer bewussten Auseinandersetzung in der Form, dass aktiv in der Organisation gefragt wird: Auf was können wir verzichten? Was brauchen wir nicht mehr? Was ist heute wesentlich für unseren Erfolg?
Wichtig bei den Fragen ist aus meiner Sicht, die Menschen in der Organisation zu befragen und so die vorhandenen Kompetenzen und Fähigkeiten der Führungskräfte und Fachkräfte zu nutzen.
Das wird oft zu mehr Freiraum und dem Gefühl von mehr Gestaltungsfähigkeit führen. Darüber hinaus kann es einfach leichter sein.
In dem Fall gab es ein Experiment als Hausaufgabe bis zum nächsten Workshop: Den Kalender in die Hand nehmen und die nächsten 14 Tage jeden Tag, direkt beim Tun, exakt erfassen, was genau getan wird und eine Einschätzung abgeben, ob dieses Tun die Erreichung der eigenen Ziele (A, B, C – Massnahmen/Priorität) unterstützt oder ob anderes Tun besser geeignet wäre. Das war eine gute Basis zum Dialog über das schlanker werden.
Was schätzen Sie, kommt bei Ihnen raus? Wäre weniger mehr? Welche Auswirkungen hätte es? 

Herbert Haberl

Unternehmer für ökohumanes Zusammenarbeiten
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Aktivist für ökohumanes Zusammenleben
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